Versandverfahren

Zollrechtliche Versandverfahren vereinfachen den grenzüberschreitenden Transport von Waren sowie alle damit verbundenen Zollformalitäten. Eine moderne Spedition ist nicht nur regional tätig. Sie organisiert auch innergemeinschaftliche Lieferungen oder Gütertransporte in Drittländer. Dabei muss sie komplizierte Gesetzesvorgaben beachten sowie strenge Sicherheits- und Zollbestimmungen einhalten.

Einfuhrabgaben, die bei der Einfuhr von Waren in das Zollgebiet der Europäischen Union anfallen, werden grundsätzlich bereits zum Zeitpunkt des Grenzübertritts erhoben. Viele Waren verbleiben jedoch nicht am Grenzort. Stattdessen werden sie von einer Spedition übernommen und weitertransportiert. Um den grenzüberschreitenden Warenverkehr zu vereinfachen, wurden unterschiedliche Versandverfahren entwickelt. Diese zollrechtlich relevanten Verfahren bieten die Möglichkeit, die Verzollung der Waren erst am endgültigen Bestimmungsort vorzunehmen.

Das externe gemeinschaftliche Versandverfahren (T1-Verfahren) kommt zur Anwendung, wenn Nicht-Gemeinschaftswaren (Importe aus Drittländern) innerhalb der Europäischen Union oder im Bereich der Europäischen Freihandelszone (EFTA) grenzüberschreitend transportiert werden. Im Zuge des Versandverfahrens werden keine Einfuhrabgaben erhoben. Verzollung und Versteuerung erfolgen erst am endgültigen Bestimmungsort der Waren. Wer dieses Verfahren nutzen möchte, muss eine sogenannte T1-Anmeldung bei der Zollverwaltung hinterlegen. Die Antragstellung kann auch elektronisch (über das ATLAS-System) eingereicht werden.

Das interne gemeinschaftliche Versandverfahren (T2-Verfahren) ermöglicht den zollfreien Transport von Gemeinschaftswaren innerhalb der Europäischen Union, selbst wenn der Transportweg über ein Drittland führt. Als praxisbezogenes Beispiel kann die Beförderung von EU-Waren durch die Schweiz genannt werden. Geplante T2-Warensendungen müssen entweder vom Absender oder von einer autorisierten Spedition bei der Zollverwaltung beantragt werden.

Darüber hinaus gibt es noch das gemeinsame Versandverfahren. Es erleichtert die grenzüberschreitende Beförderung von Gemeinschaftswaren sowie Nicht-Gemeinschaftswaren zwischen den EU-Mitgliedstaaten und den EFTA-Staaten.

Carnet ATA ist ein internationales Zoll- und Haftungsdokument, das von mehr als 70 Anwenderstaaten anerkannt wird. Dieser Versandschein dient vor allem der vorübergehenden abgabenfreien Verwendung von Gebrauchsgütern (zum Beispiel Berufsausrüstung, Warenmuster oder Messegüter) im internationalen Handel.

Das Versandverfahren Carnet TIR kommt in mehr als 50 Ländern der Welt zum Einsatz. Es erlaubt einen grenzüberschreitenden Warentransport ohne Abgabenentrichtung an den einzelnen Staatsgrenzen. Durch dieses Versandverfahren können zeitraubende Zollformalitäten, mit denen eine Spedition täglich konfrontiert ist, auf ein Minimum reduziert werden. Das TIR-Verfahren ist nur anwendbar, wenn zumindest ein Teil der Transportstrecke im Straßenverkehr zurückgelegt wird.

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