Kontraktlogistik

Kontraktlogistik umfasst langfristige, vertraglich festgelegte Logistiktätigkeiten, die zwischen einem Warenhersteller oder Händler und einem Logistikdienstleister vereinbart werden. Diese zweiseitige Geschäftsbeziehung ist schriftlich normiert. Der Dienstleistungsvertrag (Kontrakt) kann an die individuellen Anforderungen der Geschäftspartner angepasst werden, wobei effiziente logistische Leistungspakete im Mittelpunkt der Kooperation stehen.

Kontraktlogistik gehört zum Geschäftsfeld der Logistikdienstleistungen und ist auf eine arbeitsteilige Zusammenarbeit ausgerichtet, die regelmäßig einen hohen strategischen Charakter aufweist. Der Vertrag wird schriftlich abgeschlossen, seine Laufzeit beträgt mindestens ein Jahr. Langfristige Vertragsbeziehungen, die sich über drei bis fünf Jahre erstrecken, zeichnen sich häufig durch ein erhebliches Geschäftsvolumen aus.

Der Übergang zu anderen Geschäftszweigen der Logistik ist fließend, weshalb sich keine klare Begriffsabgrenzung definieren lässt. Dienstleister im Bereich der Kontraktlogistik werden als Systemdienstleister bezeichnet, da sie sowohl logistische als auch logistiknahe Aufgaben entlang der Wertschöpfungskette erfüllen.

Dabei beschränkt sich der vertraglich vereinbarte Leistungsumfang nicht ausschließlich auf Warentransport, Lagerung oder Umschlag. Systemdienstleister erbringen komplexe Leistungspakete, die einen hohen Individualisierungsgrad aufweisen. Darüber hinaus werden sie zu einem Bindeglied zwischen den Vertragsbeteiligten und übernehmen wichtige Zusatzdienste wie Qualitätsprüfung oder Sendungsverfolgung.

Durch die starke Einbindung in den Wertschöpfungsprozess des Kunden wird der Logistikdienstleister zu einem unverzichtbaren strategischen Geschäftspartner. Kontraktlogistik ist ein Begriff, der nicht eindeutig und abschließend definiert werden kann. Dennoch sind vier konstitutive Merkmale bekannt, welche dieses vielschichtige Vertragsverhältnis kennzeichnen:

  1. Zusammenspiel von logistischen sowie logistiknahen Leistungen:
    Der Logistikdienstleister kombiniert Basis- und Zusatzleistungen, um einen Mehrwert für den Kunden zu generieren.
  2. Hoher Individualisierungsgrad der vertraglich vereinbarten Pflichten:
    Die erbrachten Leistungen entsprechen den individuellen Anforderungen der Vertragspartner.
  3. Mindestgeschäftsvolumen:
    Verträge im Rahmen der Kontraktlogistik weisen meist ein signifikant hohes, vorab vereinbartes Geschäftsvolumen auf.
  4. Langfristige vertragliche Absicherung:
    In der Kontraktlogistik wird die geschäftliche Kooperation durch schriftliche Verträge fixiert. Die Laufzeit der Dienstleistungskontrakte beträgt mindestens ein Jahr.

Eine erfolgreiche Kontraktlogistik vereint zahlreiche Vorteile für beide Vertragsparteien. Logistikdienstleister profitieren von einem überdurchschnittlich hohen Geschäftsvolumen sowie einer langfristigen vertraglichen Absicherung, während Warenhersteller ihren Verwaltungsaufwand reduzieren und sich stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren können.

>>> zurück zur Übersicht