Elektronische Ausfuhranmeldung / Ausfuhrbegleitdokument (ABD)

Bei der Ausfuhr bzw. dem Export von Waren in ein Land, das nicht innerhalb der EU liegt, ist eine formgebundene Ausfuhranmeldung beim inländischen Zoll zwingend erforderlich, wenn

  • der Rechnungswert bei / über 1.000 Euro liegt
  • das Gewicht bei / über 1.000 kg liegt.

Für Güter bis 1.000 Euro und 1.000 kg ist eine Vorlage der Handelsrechnung/en und eine mündliche Anmeldung bei der Ausgangszollstelle an der Außengrenze der EU ausreichend, zum Beispiel ein Seehafen, eine Grenzzollstelle oder ein Flughafen. Bei einem Wert von über 3.000 Euro ist eine Vorabfertigung der Ausfuhranmeldung in einem zweistufigen Ausfuhrverfahren notwendig – dieses geschieht beim örtlich zuständigen Binnenzollamt.

Beim Export muss jede einzelne Ware angegeben werden. Innerhalb der Ausfuhranmeldung werden alle Güter nach Warennummern (Zolltarifnummern) des elektronischen Zolltarifes (EZT) in Gruppen eingeordnet. So kann sichergestellt werden, dass nur Waren exportiert werden, die nicht gegen die geltenden Ausfuhrbestimmungen verstoßen, zum Beispiel gegen das Außenwirtschaftsgesetz. Zusätzlich müssen Angaben zum Warenempfänger, den Umständen der Beförderung und zum Ausführer gemacht werden.

Für die Erstellung des Ausfuhrbegleitdokumentes gibt es unterschiedliche Möglichkeiten – allerdings gilt seit Juli 2009 in der EU die Pflicht einer elektronischen Ausfuhranmeldung: Dieses System heißt „Automated Export System“ (AES) und speziell in Deutschland „ATLAS-Ausfuhr“.

Abhängig von der Anzahl der Ausfuhranmeldungen sind im gewerblichen Verkehr folgende Varianten für eine Ausfuhranmeldung möglich:

  • Internetausfuhranmeldung (IAA-Plus): Angebot von der deutschen Zollverwaltung; ein ELSTER-Zertifikat ist erforderlich
  • Nutzung einer zertifizierten Software zur direkten Anbindung an das Zollsystem
  • Beauftragung eines gewerblichen Zollagenten: Übernahme der gesamten Dokumentenabwicklung

Nach einer erfolgreichen Prüfung der Ausfuhranmeldung wird ein Ausfuhrbegleitdokument (ABD) ausgestellt. Das Ausfuhrbegleitdokument dient auf der einen Seite der Kontrolle von Exportbestimmungen, aber auch um Warenströme statistisch zu erfassen. Das ABD muss während des Exports bei der Ware mitgeführt werden – bis zur Ausgangszollstelle an der Außengrenze der EU.

Diese erteilt dann eine Bestätigung über den Ausgang der Güter aus dem jeweiligen Zollgebiet, womit das Verfahren im Anschluss beendet ist. Bei Exportgütern unter 3.000 Euro ist ein direkter Versand der Ausfuhranmeldung an die Ausgangszollstelle möglich. Für eine Umsatzsteuerrückerstattung hat der Ausführer die Möglichkeit sich bei der Ausfuhrzollstelle einen Ausgangsvermerk geben zu lassen.

TIPP: Wer regelmäßig Waren exportiert, kann einen Antrag als „zugelassener Ausführer“ stellen - also eine Befreiung von der Gestellungspflicht. Das bedeutet: Die zuständige Ausfuhrzollstelle übergibt auf elektronischem Wege (Unterschriften und Dienstsiegel entfallen) die Ausfuhranmeldung, so dass sich der Ausführer das ABD selbst drucken kann.

>>> zurück zur Übersicht